tuxfritz: Tutorial Farbfilmnegative

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Farbfilmnegative bearbeiten

Es sollte vorweg gesagt werden:
Vielleicht bei Ihnen in Vergessenheit geratene und nun wieder aufgetauchte "Spitzennegative" sollte man sich von einem professionellen Betrieb digitalisieren lassen. Aber um sich einen Überblick zu verschaffen, ob sich eine solche Ausgabe lohnen könnte, könnte dieses Tutorial hilfreich sein

Farbfilmnegative haben eine orangene Schicht, die beim reinen Invertieren der Farben einen blauen Farbstich im Positiv erzeugen.
Mit Gimp kann man diesen Farbstich einigermaßen entfernen und die Positive weiter optimieren.

Imagemagick bietet sich dazu an, eine ganze Reihe von Negativen zu bearbeiten, die als Vorauswahl für die weitere Bearbeitung mit Gimp dienen können.

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Schritt 1

Erfassen des Maskenfarbtons

Öffnen Sie mit Gimp ein mit einem Durchlicht- oder Filmscanner eingescanntes oder abfotografiertes Farbfilmnegativ, welches möglichst den Steg zwischen zwei Bildern enthalten sollte.

Ist dies nicht der Fall ist es möglich, zunächst ein Stück des unbelichteten Films zu scannen, damit man den Farbton der Maske erkennen kann.

Klicken Sie nun mit der Farbpipette auf den unbelichteten Steg. Diese Farbe wird nun als Vordergrundfarbe angezeigt.

Öffnen Sie eine neue Ebene und wählen Sie "Vordergrundfarbe" aus. Die ebene erhält die ausgewählte Farbe.

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Schritt 2

Ebenenmodus festlegen und Farbe invertieren

Wechseln Sie gegebenenfalls auf die obere Ebene

Über Menü → Farben → Invertieren wandeln Sie die Vordergrund- in ihre Komplementärfarbe (bläulich) um.

Ändern Sie nun den Ebenenmodus auf Überlagern und vereinen Sie die obere mit der Basisebene.

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Schritt 3

Basisebene invertieren und Farbwerte verbessern

Invertieren Sie nun die Basisebene über Menü → Farben → Invertieren..
Sie erhalten wahrscheinlich ein sehr flaues und leicht blaustichiges Bild

Durch mehrfaches Duplizieren der Basisebene und Setzen des Ebenenmodus auf Multiplikation wird das Bild Stück für Stück kontrastreicher.
Zum Schluss fügen Sie alle Ebenen zusammen und bearbeiten über Farben → Farbton/Sättigung oder Farben → Werte oder Kurven das Bild nach

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Stapelverarbeitung mit ImageMagick

Wer nicht gerade ein Profifotograf ist, der sein Gehirn darauf trainiert hat, die orangene Farbfilmaske gedanklich auszublenden, und sich dann auch noch beim bloßen Anschauen des Negativs vorstellen kann, ob das Bild scharf ist und welchen Farbumfang es als Positiv hat, der benötigt ein Werkzeug, sich alle Bilder "auf einen Rutsch" im Positiv anzusehen.

Mit den hier vorgestellten ImageMagick - Werkzeugen werden zunächst nur alle Bilder eines Verzeichnisses in Positive verwandelt, ohne dass ihnen zunächst eine besondere Bearbeitung zu Gute kommt.
Zumindest erhält man aber eine Übersicht und ist somit in der Lage, die "Spreu vom Weizen" zu trennen.

Feststellung des Farbcode der Maske

Mittels eines Farbpickers wie Gcolor und einer Bildwiedergabesoftware oder aber mit Gimp (s. oben) ermitteln Sie den RGB-Wert des Steges zwischen zwei Bildern, oder Sie benutzen ein nicht belichtetes Stück des Films.

Diesen Wert fügen Sie statt des in dem Infofeld angebenen Wert auf der Kommandozeile ein.

convert Eingangsbild.jpg \( +clone -fill rgb'(250,114,44)' -negate -colorize 100% \) -negate Ausgangsbild.jpg

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